Success Stories | Das RWTH-Spin-off “BioThrust” erhält EXIST-Forschungstransfer-Förderung

Das RWTH Aachen Spin-off BioThrust ist der Unternehmensgründung einen großen Schritt nähergekommen. Im Rahmen des BMWi-Förderprogramms konnten Patrick Bongartz, Moritz Meyer und Konstantin Kurz die Fachjury in Berlin überzeugen und ein einstimmiges Votum für die Förderung erzielen. Damit erhalten die Forscher ab April 18 Monate lang eine finanzielle Unterstützung.

„Das ist ein Meilenstein auf unserem Weg in Richtung Gründung und gibt uns die Möglichkeit, unsere Prototypen weiterzuentwickeln,“ freut sich Patrick Bongartz. „Zusammen mit Industrie und Forschung möchten wir Produkte entwickeln, die in jedem Biotech-Labor und großflächig in der Pharmaproduktion genutzt werden können. BioThrust wird die Begasung von Bioreaktoren revolutionieren.“ Aufbau erster Vertriebsaktivitäten“, so Konstantin Kurz, Betriebswirt von BioThrust. „Es gibt noch viel zu tun, auch vor dem Start des EXIST Programms!“

Das Spin-off entwickelt maßgeschneiderte Begasungslösungen für Bioreaktoren. Dazu zählen zum einen hochporöse Rührer, die gleichzeitig Gasblasen in den Reaktor eintragen und zu einer besseren Gasversorgung führen als herkömmliche Systeme. Zum anderen entwickelt das Team strömungstechnisch optimierte in-situ Membranmodule, die einen rein diffusiven, blasenfreien Gaseintrag bei gleichzeitig sehr schonender Umwälzung des Kulturmediums ermöglichen. Dadurch können Bioprozesse bis zu 30-mal effizienter schaumfrei begast und auch empfindliche Biosysteme wie Zellkulturen mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden.

Das Forscherteam stammt aus dem Lehrstuhl für Chemische Verfahrenstechnik von Prof. Wessling. „Das Professorium und die ganze Aachener Verfahrenstechnik gratulieren herzlich zur Einwerbung der EXIST-Mittel“ so Dr. Hanna Wolff, AVT-Geschäftsführerin. „Es zeigt, dass wir an der AVT relevante Forschung betreiben und Technologien vom Proof-of-Principle zu einem hohen technischen Reifegrad bringen.“ „Im Center for Next Generation Processes and Products (NGP²) sind wir hervorragend ausgerüstet für alle Herausforderungen unserer Produktentwicklung – mit Zugang zu einem 3D Druck-Labor für die Prototypen, biotechnologischen S1-Laboren für Probe-Fermentationen, einer Analytik-Abteilung für die Charakterisierung unserer Einbauten vor und nach der Verwendung, einer eigenen IT sowie einer modernen mechanischen Werkstatt für komplexe Fertigungsaufträge“, führt Patrick Bongartz weiter aus.

Die Wissenschaftler trieben die Entwicklung ihrer Technologie rasant voran. Anfang 2020 wurde die erste Prototypenfertigung patentiert. Der frühe Schutz der Technologie macht sich nun bezahlt und verdeutlicht, wie sehr ein fundiertes Intellectual Property (IP) Konzept bei der Einwerbung weiterer Mittel unterstützen kann. Im Rahmen des RWTH Innovation Sprints wurde das Team 2021 mit fast 90.000€ zur Weiterentwicklung von Prototypen und dem Aufbau von Versuchsanlagen gefördert, wodurch die Marktreife erhöht werden konnte.

„Ohne die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Programme der Hochschule wie dem RWTH Innovation Sprint und RWTH Ideation Programm wären wir nie so weit gekommen. Aus einer Idee ein Produkt zu machen, ist ein weiter Weg. Aus einem Produkt eine Gründung zu generieren, ist mindestens genau so weit. Doch jetzt haben wir beste Startvoraussetzungen“, so Bongartz. „Der Gewinn des RWTH Innovation Awards im letzten Jahr hat uns eine starke mediale Präsenz verschafft. Daraus ergaben sich zahlreiche Industriekooperationen. Wir können unsere Produkte also perfekt an die Bedürfnisse des Marktes anpassen.“

Das Team richtet sich aktuell im NGP² in Aachen ein. „Zurzeit arbeiten wir viel an unserer Website und dem Aufbau erster Vertriebsaktivitäten“, so Konstantin Kurz, Betriebswirt von BioThrust. „Es gibt noch viel zu tun, auch vor dem Start des EXIST-Programms!“ Einer erfolgreichen Gründung scheint jedoch nichts mehr im Wege zu stehen!

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